Denken Sie doch was Sie (erleben) wollen

Überall wird heute von der „Macht der Gedanken“ oder von „alles beginnt im Kopf“ gesprochen. Eine Diät hat nicht geklappt, dann war bestimmt „im Kopf der Schalter nicht umgelegt“. Ein Vorstellungsgespräch war nicht erfolgreich? Dann hatten Sie bestimmt zu wenig positive Erwartungen.

Gern möchte ich Ihnen Mut machen, auf keinen Fall in die „ich bin schuld“ Falle zu tappen. Nur weil wir heute viele Prozesse in Gehirn und Psyche immer besser ver-stehen, können wir nicht alles beeinflussen oder gar erzwingen. Vor allem, weil die Einflussfaktoren so vielschichtig sind, wie wir es uns noch gar nicht vorstellen können. Und weil über Willen manches, aber nicht alles erreicht werden kann.

Die gute Nachricht bleibt, dass Gedanken bewusst und damit beeinflussbar sind. Wir müssen es aber eben auch tun und nicht den ganzen Tag innerlich mit uns schimp-fen und hadern und abends ein Buch über die Kraft der Gedanken lesen. Beobachten Sie sich einmal beim Denken. Sie werden staunen, was Ihnen so alles durch den Kopf geht.

Negatives Denken ist wie eine Sucht: Ganz besonders typisch dafür ist: Wir glauben, wir können nicht aufhören! Es scheint so, als ob die Gedanken uns im Griff haben und nicht wir sie. Genau darum geht es. Wir entscheiden, wie oft und lange wir einen bestimmten Gedanken denken. Der Dalai Lama soll einmal gesagt haben, dass er sich natürlich auch einmal ärgert, aber nicht ärgerlich bleibt. Genau dort liegt unsere Chance. Betrachten Sie Gedanken als das, was sie sind, nur Gedanken, Ergebnisse von Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozessen Ihres Gehirns. Dieses ist mit – durch Erfahrungen und Erwartungen gefilterten – Daten Ihrer Sinnesorgane beliefert worden. Die Kapazität unserer Sinnesorgane ist begrenzter als die Realität um uns herum und trotzdem meinen wir, die Realität zu erkennen und wir glauben auch, dass wir allein die „richtige „Realität kennen. Das glauben im übrigen alle anderen auch. Und alle haben Recht.

Unsere Gedanken sind nicht DIE Realität, sondern IHRE Realität, sie sind nur Ge-danken, nicht SIE. Lenken Sie, was mental Fuß in Ihnen fasst, in dem Sie häufig das denken, was Sie sich wünschen. Es können nie zwei Gedanken gleichzeitig existieren. Es lohnt sich.

Die Gedanken wirken aber auch nach innen. Was wir häufig tun und denken formt den Frontallappen im Gehirn: Der linke vergrößert sich bei positivem Gedanken, der rechte bei negativen. Wenn wir häufig Stress und Angst haben, vergrößern sich die Amygdalae, die Mandelkerne, in denen Prozesse der Emotionsverarbeitung ablau-fen. Sie werden immer sensitiver, wenn sie größer werden und umso schneller und empfindlicher reagieren wir auf negativen Stress.

Der Ausweg heißt wieder Bewusstheit und Auswahl dessen, was wir denken. Es be-einflusst welchen Teil der Realität wir wahrnehmen und wie wir darauf reagieren.

 

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